Freitag, 19. April 2013
Život je More/Leben ist Meer
Život je More/Leben ist Meer

Ich denke an Großvater. Ich denke daran das er jetzt ans Bett gefesselt ist. Eine Körperhälfte ist taub. Meine Großmutter wacht an seinem Bett. Ich sehe das schwarze Kopftuch auf ihrem Kopf. Früher trug sie bunte, jetzt ist alles schwarz. Ich sehe das Meer an das mich Großvater führte, die blaue Adria die jetzt nicht mehr zu uns gehört, sie ist in anderen Ländern, in fremden Ländern. Ich sehe Großvater und mich in den Wäldern, wir beobachten Wölfe.
In Großvaters Kopf ist noch Licht. In seinem Kopf ist noch Leben. Er ist da aber nicht in der Lage alleine aufs Klo zu gehen. Man trägt ihn dort hin, hält seinen schlaffen Körper aufrecht. Ein Mensch der Alt wird ist schlimmer als ein Säugling. Ein Alter Mensch zeigt uns den Weg, zeigt uns unser Dasein auf, zeigt uns die Straße die irgendwann einen Bruch bekommen kann und dann irgendwann sterben und vergessen.
Ich denke an Großvater und wie er mir erklärte wie man ein Gewähr schnitzt. Wie man den Kolben rund bekam, wie man einen Lauf aus Holz entstehen ließ. Immer wieder ich und das Gewähr auf der Jagd nach den Banditen aus die Gloreichen Sieben.
Und dann Großvater auf seinem weißen Pferd und wir zwei in der bosnischen Einöde die zum Wilden Westen wurde.

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